Im Jahre 375 unserer Zeitrechnung brachen gewaltige Reiterhorden der
Hunnen aus Vorderasien ber die antike europische Welt herein.Am
schwarzen Meer unterwarfen sie kurzerhand die Ostgoten unter ihrem
greisen und mchtigen Knig Ermanerich.Panik brach unter den
ostgermanischen Volksstmmen aus.
Die Westgoten flchteten vor den Hunnen ber die Donau in die
ostrmischen Reichsteile des Imperium Romanum,wo sie in heftige
Kriege verwickelt wurden.Den von den Persern geschwchten Ostrmern
gelang es die Eindringlinge nach Norden zu vertreiben.Der Knig der
Westgoten,Knig Alarich begriff,da das westrmische Reich viel
geringeren Widerstand leisten wrde und marschierte in Richtung
Italien.
Denn der westrmische Kaiser Valentinian brauchte seine Truppen am Rhein
und am zerstrten Limes um sich gegen Franken,Alemannen,Burgunder und
andere Stmme zu verteidigen,die bessere Lebensbedingungen im
schwcher werdenden Reich suchten.Als die einzelnen Stmme ihre
Stammgebiete in Richtung Sdwesten verlieen,besetzten sofort
ostgermanische Stmme die verlassenen Gebiete,um mglichst weit von
den Hunnen entfernt zu sein.
Auerdem muten sich die rmischen Legionen gegen Berber in Nordafrika
und Skoten in Britannien wehren.

Whrend also die Situation Roms aussichtslos schien und die
Verbindung zwischen Rom und den einzelnen Provinzen immer wieder
durch umherstreifende germanische Horden unterbrochen wurde,griffen
einzelne Provinzen zur Selbsthilfe.Es war ein untragbarer Zustand,
da korrupte Beamte unvorstellbare Steuern verlangten und
gleichzeitig die dekadente Armee nicht in der Lage war Ruhe und
Ordnung aufrechtzuerhalten.
In sechs rmischen Provinzen formierten sich geheime Vereinigungen,
die die Lostrennung ihrer Heimat vom rmischen Reichsverband zum Ziel
hatten:

In Mauretania,einer der drei Steppenprovinzen Nordafrikas,hofften
die aufrhrerischen Provinzialen,da die Bewohner der ehemals reichen
Provinz zwischen Mittelmeer und Sahara selbstndig den Glanz
vergangener Jahrhunderte heraufbeschwren knnten,als das Land noch
zu Karthago gehrte. Man nahm an,da in diesen entlegenen Teil der
Welt keine Germanen kommen wrden.
Diese Hoffnung teilten auch die Provinzialen in Tingitana,der
westlichen Nachbarprovinz Mauretanias.Mit den Berberstmmen der
Sahara konnte man vermutlich fertig werden und mit dem Kaiser konnte
man sich arrangieren.Der Nachteil Tingitanas war,da es sehr klein und
unbedeutend war.
Cantabria,war das Stammland des uralten und stolzen Bergvolks der
Basken,das zwar teilweise romanisiert worden war,aber dennoch auf
seine Unabhngigkeit pochte.Die geographische Lage dieser hispanischen
Gebirgsprovinz war nicht ungnstig,denn im Norden schtzten der
atlantische Ozean und die Pyrenen das Land und im Sden lagen die
reichen und beinahe schutzlosen hispanischen Provinzen.Rom war schon
zufrieden,wenn die Basken im Ernstfall die Pyrenenpsse gegen die
Germanen verteidigen wrden.
Auch Raetia war eine Gebirgsprovinz,doch lag sie nicht in
Nordspanien,sondern mitten in den Alpen,an der unruhigen Nordgrenze.
Das Land sttzte sich auf den Schutz der Berge,die Fruchtbarkeit der
Alpentler und das starrkpfige Selbstvertrauen seiner
keltoromanischen Bevlkerung.Die Provinz war schon seit Jahrzehnten
nicht mehr unter rmischer Verwaltung,sondern Alemannen hatten sich
neben den Raetern angesiedelt.Daher billigte Rom die Aufstandsplne
der Raeter vorerst.
Die Provinz Gallia Cisalpina lag in den Sdalpen und hatte den alten
Mittelmeerhafen Massilia zur Haupstadt.Hier beflgelte die Angst vor
den Westgoten das eigenmchtige Handeln der Provinzialen,obwohl das
Land direkt an Italien grenzte,dem Herzen des Reiches.
Die chaotische Lage in Belgica nhrte das Unabhngigkeitsdenken der
Bewohner Belgicas.Diese mten nur die rmischen Legionen am Rhein
fr sich gewinnen um sich von Rom loszusagen.Belgica war fr Rom nur
noch militrstrategisch von Bedeutung,denn das riesige und fruchtbare
Land war durch dauernde Einflle der Germanen verwstet,entvlkert
und seines Zugangs zum Meer beraubt,da im Norden bereits die Franken
siedelten.Doch die Germanen rannten unermdlich gegen die erschpften
rmischen Truppen an,um nach Westen zu gelangen,denn westlich von
Belgica lag das Bollwerk Galliens,die Lugdunensis.

Im Herbst des Jahres 389 unserer Zeitrechnung gelangte die Nachricht
nach Rom,da rmische Statthalter die Unabhngigkeit ihrer
Provinzen ausgerufen htten.Der Imperator sandte eine Legion um den
Aufstand niederzuwerfen.Die Aufstndischen behielten jedoch die
Oberhand und boten dem Imperator einen Vertrag an. Der ehemalige
Statthalter erkannte offiziell die Oberhoheit des Kaisers an und
versprach,keine Angriffe gegen Rom durchzufhren.Im Gegenzug sollten
die Aufstndischen sich selbst verwalten drfen ohne Steuern an Rom
zahlen zu mssen. Der Kaiser nahm an,denn er erkannte,da diese
militrisch starke Provinz einen Schutzwall gegen die Germanen
darstellte und daher fr Rom ntzlich sein konnte.
Auerdem,warum sollte er sich die Hnde schmutzig machen,wenn er als
lachender Dritter zusehen konnte,wie sich seine Feinde gegenseitig
bekmpften...







*